Häufige Fragen
Was mir am häufigsten gestellt wird, zum Thema und zu meiner Arbeit. Jede Antwort kurz, und wo es um Zahlen geht, mit der Studie dahinter.
Inhaltliche Fragen
Macht KI wirklich einsamer?
Kurzfristig nicht, im Gegenteil. Eine Untersuchung im Journal of Consumer Research (De Freitas et al., 2026) zeigt, dass KI-Begleiter Einsamkeit lindern, kurzfristig vergleichbar mit dem Gespräch mit einem Menschen. Über ein Jahr betrachtet kippt das Bild: Ein Forschungsteam der Aalto University verglich rund 2'000 Menschen vor und nach ihrer ersten Nutzung und fand mehr Sprache über Einsamkeit und Depression. Der Trost ist echt, die Wirkung über die Zeit ist eine andere.
Ausführlich in Folge 2 und Folge 4Wofür ist KI besser als ein Mensch, und wofür nicht?
Für Prüfen, Sortieren und Formulieren ist sie oft besser als wir: Studienlage recherchieren, Gedanken ordnen vor einem Gespräch, einen schwierigen Satz entwerfen. Menschen braucht es dort, wo eine Beziehung auf dem Spiel steht: sich entschuldigen, Vertrauen reparieren, in einer Krise aufgefangen werden, einen Team-Konflikt ansprechen. Die Faustregel: Bereitest du ein Gespräch vor, hilft die KI. Ersetzt du es, fehlt dir hinterher etwas.
Ausführlich in Folge 5Macht KI dumm?
Sie senkt messbar die Hirnaktivität beim Auslagern. Am MIT Media Lab war sie bei der KI-Gruppe um 55 % gedrosselt; eine Schweizer Untersuchung mit 666 Personen fand schwächeres kritisches Denken bei häufigerer Nutzung. Aber der Gegenbefund gehört dazu: Wer die gesparte Zeit nutzt, um kritisch zu prüfen, lernt am Ende mehr. Nicht das Auslagern ist das Problem, sondern was du mit der gesparten Zeit machst.
Ausführlich in Folge 3Warum kränkt es mich, wenn jemand mir eine KI-Antwort schickt?
Weil du zu Recht merkst, dass etwas fehlt: der Aufwand. Nicht der Text kränkt, sondern dass sich niemand die Mühe gemacht hat. Der Unterschied ist nie die KI selbst, sondern ob jemand dazusagt, dass sie mitgeschrieben hat.
Ausführlich in Folge 6Ab wann wird ein KI-Chatbot zum Problem?
Wenn er von der ersten Anlaufstelle zur Hauptquelle wird. Als Einstieg ist er wertvoll, nachts um zwei ist sonst niemand erreichbar. Problematisch wird es, wenn er den Platz eines Menschen dauerhaft einnimmt: Dann übst du eine Erwartung an Nähe ein, die nie einen Körper braucht.
Ausführlich in Folge 2 und Folge 4Warum erzähle ich einer KI Dinge, die ich Menschen nicht sage?
Weil es dich nichts kostet. Was du bei anderen mutig findest, findest du bei dir selbst peinlich (Bruk et al., 2018, Universität Mannheim). Vor einer KI entfällt das Abwägen, du kannst dich nicht blamieren. Was dabei fehlt, ist das Danach: Ein Mensch könnte gehen und bleibt trotzdem, und er kommt auf das Thema zurück.
Ausführlich in Folge 9Was heisst «Rupture and Repair»?
Bruch und Wiederherstellung. Dein Gehirn lernt Vertrauen nicht durch reibungslose Gespräche, sondern wenn etwas schiefläuft und trotzdem wieder gut wird. Oxytocin entsteht nach der Reparatur, nicht beim Umarmen, in dem Moment, in dem du merkst, dass jemand bleibt.
Ausführlich in Folge 1 und Folge 8Wie viel Verstehen ist in guten Beziehungen normal?
Weniger, als die meisten denken. Mutter und Kind sind beim gemeinsamen Spielen nur rund 30 % der Zeit wirklich im gleichen Takt (Tronick & Cohn, 1989, 54 Paare). Die übrigen 70 % sind kein Defekt, sondern der Stoff, an dem Beziehung geübt wird. Es reicht, immer wieder zueinander zurückzufinden.
Ausführlich in Folge 8Ist dieser Kanal gegen künstliche Intelligenz?
Nein. Automatisierung, Recherche, Textentwürfe, Prozesse: dafür ist KI grossartig, oft besser als wir, und darüber berichten genug andere. Es geht ausschliesslich um die eine Zone, in der eine KI den Platz eines Menschen einnimmt.
Was ist Ko-Regulation?
Zwei Nervensysteme, die sich gegenseitig beeinflussen. Ist jemand ruhig und präsent, kann sich dein Stresssystem daran orientieren und herunterfahren, messbar in Herzschlag und Atmung. Sie läuft über den Körper, nicht über Sprache, und braucht Blickkontakt, Berührung, echte Andersartigkeit und Resonanz. Ein Sprachmodell hat nichts davon.
Ausführlich in Folge 2Warum gibt mir die KI eigentlich immer recht?
Weil sie darauf gebaut ist. Eine Untersuchung in Science (Cheng et al., 2026) fand, dass KI im Schnitt 50 % öfter recht gibt als ein Mensch, auch wenn das Verhalten fragwürdig war. Ein einziges Gespräch reicht, damit Testpersonen überzeugter sind, im Recht zu sein, und weniger bereit, sich zu entschuldigen.
Ausführlich in Folge 5Was heisst «Humans beyond the loop»?
Der Name spielt mit den Fachbegriffen der KI-Entwicklung: Erst entscheidet der Mensch mit (human in the loop), dann überwacht er nur noch (human on the loop). Die Frage dahinter lautet: Was bleibt vom Menschsein, wenn wir über den Loop hinausschauen? «Oxytocin» steht für das Bindungshormon, das nur in echter Begegnung ausgeschüttet wird.
Fragen zu Andrea und ihrem Angebot
Wer ist Andrea Dubach?
Psychologin (lic. phil., Universität Zürich), Keynote-Speakerin sowie EQ- und Leadership-Coach mit 25 Jahren Erfahrung an der Schnittstelle von Psychologie und Arbeitswelt. Sie arbeitet in einer Führungsrolle in der Wirtschaft und in der psychologischen Begleitung von Menschen in Krisen. Gearbeitet hat sie unter anderem mit Migros, AXA, CSS Versicherung und der Hochschule Luzern.
Welche Keynote hält sie?
«Beyond the Loop»: Was KI-Perfektion mit Teams macht und warum Reibung das wichtigste Asset einer Zusammenarbeit ist. 45 bis 90 Minuten inklusive Fragerunde, auf Deutsch, in der ganzen Schweiz. Auch als massgeschneiderter Vortrag.
Welche Workshops gibt es?
Einen Halbtag für Führungskräfte («Tempo habt ihr. Jetzt braucht ihr Grip.») und einen Tagesworkshop für Teams («Bringt euer Team auf Grip.»), beide bis 20 Personen. Am Ende des Tagesworkshops steht eine Vereinbarung, die das Team selbst formuliert: wofür es KI nutzt und wofür bewusst nicht.
Bietet sie Coaching an, und was kostet es?
Ja, EQ- und Leadership-Coaching in Zürich, vor Ort oder online. Das Orientierungsgespräch von 30 Minuten ist kostenlos, eine Einzelsitzung von 50 Minuten kostet CHF 220. Für Begleitprozesse über mehrere Wochen auf Anfrage.
Ersetzt das Coaching eine Therapie?
Nein. Coaching ist keine Psychotherapie und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Wenn im Gespräch deutlich wird, dass es darum geht, wird das angesprochen und gemeinsam der richtige Weg gesucht.
Was kosten Keynote und Workshops?
Auf Anfrage. Die Formate werden auf den Kontext zugeschnitten, deshalb gibt es keine Preisliste. Rechnungsstellung über die Einzelfirma NAHdenken – Denkfabrik in Zürich, ohne Mehrwertsteuer (nicht MWST-pflichtig).
In welchen Sprachen und wo arbeitet sie?
Auf Deutsch, auf Anfrage auch auf Englisch. Vor Ort in der ganzen Schweiz, Coaching auch online.
Wie oft erscheint eine neue Folge?
Alle zwei Wochen eine neue Folge, dazwischen kürzere Beiträge. Jede Folge gibt es auch als Text zum Lesen, gesammelt unter Beiträge.